12. Jan. 1960 Die Werkstube wird eröffnet: 5 behinderte Jugendliche und ihre Eltern treffen sich in einem Zimmer der Mütterschule, Barfüßertor. An 3-4 Vormittagen ist die Werkstube geöffnet. Der erste „Arbeitgeber“ ist die Druckerei Kombächer, die Lesemappen zum Falzen in Auftrag gibt.
April 1960 Der Raum der Werkstube in der Mütterschule wird zu eng; weiter behinderte Menschen warten auf Aufnahme. Im Martin-Luther-Haus, Johannes-Müller-Straße, findet die Werkstube neue größere Räume.
Herbst 1960 Zur Finanzierung der Werkstube werden umfangreiche und zeitraubende Verhandlungen mit den Sozialämtern der Stadt und des Landkreises Marburg, mit dem Landeswohlfahrtsverband, sowie mit der Hessischen Landesregierung geführt. Pläne für den Bau eines „Hauses der Lebenshilfe“ werden erstellt
und in Wiesbaden vorgelegt.
Januar 1961 Ein heilpädagogischer Spielkreis für kleine Kinder wird eingerichtet, der sich einmal wöchentlich im Kindergarten in der Schulstraße trifft. Der Bewilligungsbescheid der Landesregierung für einen Baukostenzuschuss in Höhe von DM 150.000,- trifft ein. Eine Haus- und Straßensammlung für den Baufonds „Haus der Lebenshilfe“ wird organisiert.
Juni 1961 Die Werkstube fährt zu ihrer ersten Freizeit nach Lich in das dortige evangelische Jugendheim. Drei Betreuer und 11 Jugendliche verbringen drei inhaltsreiche Tage miteinander.
Juli 1961 Die langwierige Suche nach einem Grundstück für das „Haus der Lebenshilfe“ ist zu Ende: Der Kaufvertrag für das Gelände Schwangasse 19 wird abgeschlossen.
August 1961 Wieder ist wegen steigender Personenzahl ein Umzug der Werkstube fällig. Die Stadtmission stellt mehrere Räume in ihrem Anwesen Reitgasse 5 zur Verfügung. Hier werden jetzt 12 behinderte Menschen beschäftigt.
April 1962 Der Umbau des vorhandenen Gebäudes auf dem erworbenen
Grundstück in der Schwangasse beginnt.
15. Dez. 1962 Der 1. Bauabschnitt des „Hauses der Lebenshilfe“ ist beendet. Die bisherige Werkstube, die sich nun „Beschützende Werkstatt“ nennt, zieht ein. Als Vorstufe zum Sonderkindergarten finden nun nachmittags regelmäßig Spiel- und Betreuungsstunden für jüngere Kinder statt.
Juni 1963 „Tag der offenen Tür“: Das Haus der Lebenshilfe wird von zahlreichen Freunden und Eltern besichtigt.
September 1963 Der 2. Bauabschnitt wird begonnen: es sollen neue größere Räume für die Werkstatt geschaffen und der Küchen-
bereich erweitert werden. Die öffentliche Hand unterstützt mit Baukostenzuschüssen.
Herbst 1963 Die Werkstatt wird vom Hessischen Kultusminister als Stätte der Berufsbildung anerkannt; die Erteilung von schulischem Unterricht als Berufsschule wird genehmigt; die Besoldung der Lehrkräfte übernimmt das Land Hessen.
November 1963 115 Sammler und Sammlerinnen, darunter Schüler, Hausfrauen, Lehrer usw., sowie eine Hauslistensammlung erbrachten die stattliche Summe von DM 13.105,03 für den Baufonds.
29. Feb. 1964 Der 2. Bauabschnitt des Hauses der Lebenshilfe ist fertiggestellt.Die Werkstatt siedelt in die neu geschaffenen Räume um. Der bisher von der Werkstatt genutzte Raum steht nun für den Sonderkindergarten zur Verfügung, der nun ganztags geöffnet ist.
1964 Eröffnung der Schule für geistig behinderte Kinder in Biedenkopf.
Frühjahr 1964 Alle 14 Tage kommt der „Samstagsclub“ zusammen, ein Unterhaltungsnachmittag mit Musik, Spiel und Beschäftigung für die Angehörigen der Werkstatt.
12. Aug. 1964 Gründung der Lebenshilfe Kreisvereinigung Biedenkopf. Zum Vorsitzenden wird Alfred Neusinger gewählt.
Herbst 1964 Der im Vorjahr genehmigte Berufsschulunterricht wird ausgebaut, Die Fächer Kulturtechniken, Musische Erziehung, Familienhauswesen, Arbeitskunde, Religion und Sport werden unterrichtet.
Oktober 1964 In der Mitgliederversammlung der Ortsvereinigung wird über den Bau eines `Wohnheimes´ diskutiert.
Anfang 1965 In der Werkstatt sind nun 18 behinderte Menschen beschäftigt. Der Sonderkindergarten wird von 10 Kindern besucht. Für die Lebenshilfe sind nun 6 Angestellte tätig. Für die Beförderung zu den Einrichtungen stehen 2 Fahrzeuge zur Verfügung.
März 1966 Das `Wohnheim für Behinderte´ wird als 3. Bauabschnitt auf dem Gelände in der Schwangasse 19 begonnen. Die Finanzierung ist durch öffentliche Zuschüsse gesichert.
April 1967 „Haus der offenen Tür“ : Eltern und Freunde sind eingeladen, um Werkstatt, Sonderkindergarten und das neu gebaute und eingerichtete Wohnheim kennen zu lernen.
3. Mai 1967 Der 3. Bauabschnitt des Hauses der Lebenshilfe, das Wohnheim, wird eingeweiht. Die ersten 6 Bewohner ziehen ein.
Dezember 1967 Nach und nach werden die Plätze des Wohnheims belegt: Ende des Jahres wohnen 14 Bewohner im Haus, die entweder keine Angehörigen mehr haben oder vom Elternhaus aus keine Werkstatt besuchen können, weil keine solche Einrichtung in ihrer Nähe existiert.
Mai 1968 Eröffnung der Schule für Praktisch Bildbare im Landkreis Biedenkopf.
Juni 1969 Die Marburger Lebenshilfe besteht 10 Jahre – Feierstunde mit den Mitgliedern der ersten Stunde.
Sommer 1969 Der 4. Bauabschnitt wird begonnen. Es entstehen ein Verwaltungstrakt und ein Gymnastikraum.